Entstehungsgeschichte zu "Urlaub in der Apokalypse"

„Urlaub in der Apokalypse“ ist meine erste Veröffentlichung. Einen Tag, bevor ich mit den Arbeiten daran begann, wusste ich selbst noch nichts davon. Ich lag am Strand, starrte aufs Meer und langweilte mich. Ja, man kann sich am Strand langweilen. Mein Gegenmittel: Sich in Weltuntergangsfantasien flüchten. Das mag ziemlich krank klingen, aber ich bin schon immer etwas seltsam gewesen.

Am nächsten Tag nahm ich einen Stift und Papier mit an den Strand und fing ohne einen ausgefeilten Plot damit an, zu schreiben. Der Ansatz war denkbar einfach: Was würde ich tun, wenn es jetzt losgeht? Verstecken! Logisch. Aber was unternehme ich gegen den Durst und den Hunger, wenn draußen die Infizierten wüten? Über die Dachterrasse die Nachbarwohnung checken! Auch logisch.

 

Auf diese Weise entstand Kapitel für Kapitel, ohne dass ich wusste, wie es endet. Ich selbst war der Protagonist. Der Ort, an dem ich mich befand, war der Schauplatz. Das erklärt auch, warum die handelnde Person keinen Namen hat. Ich konnte sie ja schlecht Stefan nennen.

Ich gab einen feuchten Furz auf hochtrabende Sprache. Der Roman ist genau so geschrieben, wie ich denke und spreche. Das Buch sollte keinen Literaturprofessor glücklich machen, sondern den reinen Horror, die hitzeflirrende Ausweglosigkeit und den nackten Kampf ums Überleben widerspiegeln.

 

Trotzdem ist die Formulierung "Eiskugeln in Becher tuende Assistentin", für die ich ordentlich verbale Dresche einstecken musste, Absicht. Sie steht ganz bewusst für den Sarkasmus des Protagonisten und ist gewissermaßen ein Zitat seiner Gedanken. Anscheinend habe ich das aber nicht für jeden Leser eindeutig genug herausgearbeitet. Blöd gelaufen für mich. Aber hey: Stephen King lässt zuweilen absichtlich Kommas weg, um zu verdeutlichen, wie gehetzt sich der Protagonist fühlt. Autoren dürfen sowas ;-)  

 

Wie dem auch sei: "Urlaub in der Apokalypse" hat bisher eine fünfstellige Fangemeinde gefunden und viele Leser derart begeistert, dass ich etliche persönliche Dankschreiben per E-Mail bekommen habe – trotz aller Ecken und Kanten, oder gerade deswegen…