Entstehungsgeschichte zu "Du stirbst im Regen"

Genau genommen könnte man sagen, dieses Buch ist mein erstes Buch. Ich schrieb zwei Drittel davon im Jahr 1997, und zwar handschriftlich. Damals war ich vollkommen fasziniert von Serienmördern: Jeffrey Dahmer, Ted Bundy, John Wayne Gacy, Dennis Nilsen, Andrei Tschikatilo und wie sie alle hießen. Insbesondere Fachbücher zum Thema habe ich eine Zeitlang nahezu inhaliert.

Da ich vorher schon Kurzgeschichten geschrieben und Spaß daran gefunden hatte, lag es nahe, sich einfach mal an einem richtigen Roman zu versuchen. Für mich war zu dieser Zeit glasklar, dass es ein Serienmörder-Roman sein musste.

Schon damals stand ich eher auf Horror und auf düstere Grundstimmungen. Die polizeiliche Tätersuche breit auszuwalzen, hätte mich hingegen zu Tode gelangweilt. Ich wollte auf keinen Fall irgendein Ermittler-Duo, das sich auf Schnitzeljagd begibt – und am Ende einen Überraschungstäter aus dem Hut zaubert. Gähn!

In meinem Buch sollte der Killer selbst im Mittelpunkt stehen – seine kranke Lebenswelt, seine Motivation, sein Schmerz. Außerdem wollte ich einen Täter, der den echten Schauergestalten möglichst nahe kommt, denn die hochintelligenten Serienmörder aus herkömmlichen Psychothrillern sind weitestgehend Mumpitz. Hannibal Lecter & Co gibt es nicht.

Warum ich damals nach zwei Dritteln aufgehört habe, lässt sich heute schwer rekonstruieren. Ich glaube, es lag daran, dass ich angefangen habe, zu studieren. Außerdem fand ich andere Dinge als junger Draufgänger noch interessanter als das Schreiben. Aber auch damals war für mich irgendwie klar, dass ich das Manuskript eines Tages wieder hervorkramen, überarbeiten und zu Ende schreiben würde.